Was lange währt, geht schnell vorbei, oder: Mein privater Messerückblick – Teil 4

Wie ich bereits auf verschiedenen Kanälen schrieb, möchte ich noch einen kleinen Privaten Rückblick auf die Spielemesse 2019 bringen.

Der letzte Messetag ist angebrochen

Sonntag, 27.10.2019

Heute noch einmal ohne Kinder dafür mit Hexen, Monstern und Geistern

Am heutigen letzten Tag der Messe wollten wir noch einmal ein wenig herumschnöfen und schauen, was wir noch so finden können.

Zwar gab es noch einige Spiele auf der Liste, aber die standen alle nicht so akut drauf, dass wir sie unbedingt testen mussten.

Manchmal muss man eben auch mal Prioritäten setzen…

Also zogen wir durch die Hallen und schauten uns ein wenig um.

Beim Stand von Adverunde testeten wir dann das Spiel „Dunkelrunde“, ein Rennspiel, bei dem jeder Spieler die Rolle von einem Geschwisterpaar übernimmt, das versucht, in einem dunklen Wald, der von den 4 Geistern verfluchter Ritter bewohnt wird, einen Weg zum Hain der Dryade zu finden. Jede Runde würfelt der Spieler mit zwei Würfeln, einen für die Spielfigur, einen für die Geister.

Dann werden die entsprechenden Figuren versetzt. Trifft ein Geist auf ein Kind, so rennt dieses an den letzten sicheren Punkt zurück. Trifft der Geist hingegen auf eine Gruppe von Kindern, so passiert nichts.

img_20191027_125623898Bei Adverunde wurde uns Dunkelrunde erklärt

Das Spiel endet, wenn ein Kinderpaar (Farbe ist hierbei egal) im Hain der Dryade angekommen ist.

Das Spiel war ganz nett aufgemacht, allerdings verstörte uns, dass der Autor einer potentiellen Kundin gegenüber immer wieder den pädagogischen Wert betonte, den dieses Spiel für ihn haben muss. Auch der Preis war für ein Spiel, das eher für unsere Kinder gedacht wäre, mit ca. 85,- recht hoch, so dass wir unverrichteter Dinge von Dannen zogen.

Bei unserem weiterem Zug durch die Hallen trafen wir bei Korona-Games auf das Spiel „Invisible“, einem Suchspiel.

Hierbei erhält jeder Spieler eine Übersichtskarte mit Symbolen, die sich auch auf den verschiedenen Plättchen wiederfinden, die ausliege. Anschließßend wir eine Karte gezogen, die ein ähnliches Bild zeigt, wie die Übersichtskarte. Lediglich etwas ist anders. Entweder fehlen einzelne Teile des Bildes, oder es sind nur einzelne Symbole zu sehen. Hier muss dann so schnell wie möglich das entsprechende Symbol aufgezeigt werden. Der Gewinner erhält die Aufgabenkarte.

img_20191027_152318206-1Invisible, Suchspiel von Corona-Games

Gewinner wird, wer nach einer vorher festgelegten Anzahl an Runden die meisten Karten einheimst.

Da unsere Kinder die Messe über immer wieder irgendwelche Papp-Kronen trugen, und diese erfahrungsgemäß schnell kaputt gehen, beschlossen wir, ihnen noch einen Satz Pokémon-Kronen zu besorgen.

Diese durften wir zwar umsonst mitnehmen, aber da wir auch gerne einen Satz Ansteckpins hätten, mussten wir vorher noch eine Runde Spielen.

Auch kein Problem, also setzten wir uns, und spielten eine Runde Pokémon in der aktuellen Edition.

img_20191027_162905512-1Sonderlich erfolgreich war ich bei  Pokémon nicht, wie man sehen kann

Dies ist eigentlich bei uns schon fast Tradition, eines der Sammelkartenspiele auf der Messe zu „Testen“ 😉

Kurz vor Ende der Messe wollten wir die verbleibende Zeit noch nutzen, und ein kleines Spiel (in diesem Fall in Großformat) spielen.

Mr.Jack von Hurrican-Games ist ein Spiel, bei dem ein Spieler die Rolle von Mr.Jack spielt, und versuchen muss, aus dem Stadtteil zu flüchten, und der andere Spieler versucht durch Deduktion, Mr.Jack zu enttarnen. Keiner der Spieler hat eine feste Figur, sondern es werden per Zufall durch Karten jedem Spieler zwei Figuren zugelost, die dieser dann nutzen und ziehen kann.img_20191027_174630489_hdr-1

Hat der Spieler des Komissars einen Verdacht, darf er versuchen, eine andere Figur auf das gleiche Feld wie den Verdächtigen zu bringen, und den Verdacht auszusprechen.

Liegt er richtig, hat er gewonnen, liegt er falsch, hat er verloren.

Damit beschließen wir dann auch die Messe für dieses Jahr und freuen uns schon auf 2020, wobei wir da erst einmal schauen müssen, ob wir die Kindern noch einmal mitnehmen, oder ob wir diese bei Oma und Opa Parken…

Fazit:

Die Spielemesse in Essen 2019 war wieder ein reichhaltiger Kessel Buntes, noch mehr Besucher als in den Jahren davor (ca. 209.000 Besucher hieß es von Seite des Merz-Verlages) und noch mehr Händler.

Durch das „neue“ Einlasssystem konnte zumindest ein wenig entzerrt werden, wenn denn die Messe Essen es endlich mal zustande brächte, kompetentes Personal an die Eingänge zu stellen, das nicht nach eigenem Gutdünken die Eingänge mit der Begründung dichtmacht, es sei zu voll.

Die Vielzahl an Händlern und Spielen brachte für so ziemlich jeden Geschmack etwas mit, so dass wohl auch jeder, der halbwegs Interesse in die Richtung Brett- und Gesellschaftsspiele hat, auch fündig werden konnte.

Die Preise sind im Laufe der Jahre etwas gestiegen, irgendwo hörte ich das Sprichwort „50 ist das neue 30“ was auch bei einigen Spielen, die wir so gesehen haben passte. Insgesamt werden die Spiele teurer, allerdings auch zum Teil umfangreicher, was dann den höheren Preis in gewisser Weise gerechtfertigt.

Das Angebot für Kinder bis 5 Jahren ist noch sehr begrenzt (was wohl auch an der allgemeinen Interessenlage der Kinder liegen könnte 😉 ), aber auch unsere Kids konnten auf der Messe Spiele und Beschäftigungen finden, die sie interessierten. Auch hier wird das Angebot langsam reichhaltiger.

Das Spiel des Jahres sowie Kinder- und Kennerspiel des Jahres sind wieder umstritten, wobei wir beim Kennerspiel des Jahres bereits bei erscheinen im Frühjahr auf der Duisburger „Spiel Doch!“-Messe beim Test schon sagten, dass dieses Spiel Zeug zum Kennerspiel des Jahres haben würde.

Für uns bleibt nun abzuwarten, was für nächstes Jahr auf der SdJ-Liste landen wird, und was wir davon eventuell schon gespielt haben (wie die Jahre zuvor).

Zum Kinderspiel des Jahres schrieb ich ja bereits im zweiten Teil meines Messe-Berichtes, dass es in unseren Augen eher durchschnittlich war.

Sprachen, Trends und Crowdfunding

Früher war man auf der „Internationalen Spielemesse“ mit Deutsch und gelegentlich ein wenig englisch gut bedient, heute ist die Verteilung gefühlt 50/50, also an 50 Prozent der Stände kann man sich mit deutsch noch gut verständigen, die anderen 50 Prozent sind nicht deutschsprachig, was auch beweist, dass das Spielen auch im internationalen Raum immer mehr an Bedeutung gewinnt. Eine schöne Entwicklung, denn unsere Beobachtung ist, dass es kaum einfacher ist, mit den Menschen anderer Länder in Kontakt zu treten, als bei einem gemeinsamen Spiel.

Ein Trend, der sich über die letzten Jahre immer mehr verdeutlichte, war, dass immer mehr Kleinstverlage den weg über Kickstarter gehen, um ihre Spiele zu veröffentlichen.

War es früher noch üblich, sich mit seinem Spiel bei einem Verlag zu bewerben, so produzieren immer mehr Leute ihre Spiele selber, und finanzieren sich über Crowdfunding, nachdem sie auf der Spielemesse ein Feedback erhalten haben. Andere Projekte, die mitten in der Finanzierung stecken, werden auf der Messe beworben um einem breiterem Publikum bekannt gemacht zu werden. Nicht unbedingt ein schlechter Schritt, und so auch im Sinne des Crowdfunding, wie es ursprünglich gedacht war.

Leider arbeiten auch einige renommierten Verlage mit Crowdfunding, um ihre „Standard“-Produkte darüber zu finanzieren, was ich persönlich schade bis suboptimal finde. Natürlich kann man so das finanzielle Risiko umgehen, aber es ist dennoch nicht im Sinne der Sache zumal ein bekannter Verlag sich eigentlich tragen können sollte…

Ebenfalls immer mehr auf der Messe vertreten sind „Produzenten“ von Spielen, also Firmen, die hier landläufig als Druckerei bezeichnet werden.

Auch Unternehmen, die sich auf die Vermarktung von Spielen spezialisieren oder auf den Versand konnte man im größeren Maße antreffen.

Wahrscheinlich könnte man, packte man alle Produzenten, Versanddienstleister u.Ä. zusammen, eine ganze Halle damit füllen.

Ein interessanter Trend, aber auch logisch, denn wenn immer mehr Kleinstverlage ihre Produkte selber vermarkten und produzieren lassen, benötigt es hierfür auch entsprechende Fachunternehmen, die diese Aufgabe erfüllen.

Ein Trend, der durchaus Hoffnung macht, dass auch in Zukunft viele Spiele auf dem Markt erscheinen werden, und damit die Spielemesse und auch die Spielelandschaft in den nächsten Jahren weiterhin noch wächst und gedeiht.

In diesem Sinne, es hat gefallen, wir freuen uns auf nächstes Jahr 😉

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